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Der Jahrestag der bedeutenden Frauen: Charlotte Garrigue Masaryk - 20. November 1850

Die Frauenfrage war für sie eine Frage der Menschlichkeit. Charlotta Garrigue-Masaryková wurde in Amerika geboren, wo ihre Erziehung von ihrer ausgebildeten Oma geprägt wurde, die den Schwarzen in ihrer Freizeit über die Kriegsentwicklung des Unabhängigkeitskriegs vorlas. Charlotta war liberal wie ihre Oma, fest in ihren Meinungen und tolerant gegenüber den Meinungen der anderen.

Nach dem Umzug nach Europa propagierte Charlotta Garrigue-Masaryková das Wahlrecht für Arbeiter und das Ende der Arbeit von Kindern aus armen Familien. Sie wählte den Reformweg im Sozial- und Ausbildungsbereich. Sie wollte die Möglichkeit der Ausbildung für alle erreichern, die sich dafür interessieren. Die schwierige soziale Lage der Arbeiter belastete sie, und deswegen unterstützte sie einige arme Familien aus der Kleinseite finanziell.
Sie gehörte zu den Vertreterinen der ersten Welle der Frauenbewegung - an der Seite von Frauen wie Virginia Woolf, Mary Woolstonecraft und Františka Plamínková. Die erste Welle der Frauenbewegung ist die Zeit, als Frauen erstmals öffentlich gegen ihre Stellung in der Gesellschaft zu kämpfen begannen. In dieser Zeit hatten sie keine Rechte und wurden im Gesellschaftsleben völlig der Übermacht der Männer untergeordnet.
Charlottes politische Einstellung prägte ihren Ehemann Tomáš Garrigue Masaryk. Sein Name wurde zum Symbol des Bedürfnisses nach der Gleichstellung der beiden Geschlechter. Nach dem Vorbild der Frauen, die nach der Trauung den Familienname ihres Mannes annehmen, nahm Tomáš Masaryk den Familienname seiner Ehefrau an - Garrigue. Auf seine Veranlassung hin entstand der Paragraf 106 der späteren Verfassung der Tschechoslowakischen Republik, in dem die Gleichstellung von Männern und Frauen festgesetzt wurde.

 

Illustration: Aksana Pratskevich