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Programm

30.09.2020 19:00

EUROPA.LITERATUR – Echo Tschechien 2020: Treffen mit Dora Kaprálová und ihrem Winterbuch über die Liebe

Dora Kaprálová, eine tschechische Prosaistin, Publizistin und Literaturkritikerin, stellt in der Österreichischen Gesellschaft für Literatur ihre Novelle „Winterbuch über die Liebe“ vor. Die Moderation übernimmt Martin Krafl, die deutschsprachige Lesung Bettina Rossbacher.

 

Dora Kaprálová studierte Rundfunk-, Fernsehdramaturgie und Szenaristik an der Janáček Akademie der musischen Künste in Brno. Sie widmet sich dem Prosaschreiben und der Publizistik. Für ihre publizistischen Texte und Rundfunkdokumente wurde sie vielfach ausgezeichnet. Seit 2007 lebt sie in Berlin.

Auf Deutsch ist bisher ihr Berliner Notizbuch erschienen (Balaena Verlag, 2018). Um die Jahreswende 2020/2021 veröffentlicht der Balaena Verlag ihre Geschichtensammlung Inseln. Winterbuch über die Liebe (ins Deutsche von Nataša von Kopp übersetzt) soll im Laufe des Jahres 2021 erscheinen.

Winterbuch über die Liebe ist eine ironische, provokative und melancholische Novelle über Männer oder vielleicht nur über einen einzigen, vielfältigen und unerreichbaren Mann. Das Buch entstand als eine Antwort auf das Werk des ungarischen Schriftstellers Péter Esterhazy Eine Frau:

„Man sagt, ein gutes oder ein schlechtes Buch gibt es nicht, es gibt nur einen guten oder einen schlechten Leser. Und ich weiß nicht einmal, ob ich eine gute Leserin der Novelle von Esterházy, Eine Frau, war. Aber mir ist Folgendes passiert: Nach dem Lesen sehnte ich mich danach, das Winterbuch über die Liebe als eine Antwort auf Eine Frau zu schreiben. Warum sollte man die Perspektive des Erzählers nicht wenden? So fing ich an, ein Buch über Sehnsucht zu schreiben. Eines eiskalten Berliner Morgens. Ich hatte Lust, direkt auf Péter Esterházy zu reagieren. Das Buch wurde ihm schließlich gewidmet. Es war wie mit dem Zähneputzen. Jeden Tag rund um 8 Uhr morgens schrieb ich einen kurzen Text – eine Vignette, und in zwei Monaten war die Novelle fertig. Dann wurde es wärmer. Ich wünschte mir damals, dass P. E. das Winterbuch über die Liebe lesen würde. Auch das erfüllte sich. In der ungarischen Übersetzung wurde das Buch von dem Verlag Typotex ein Jahr später verlegt. Damit war meine Mission erfüllt. Es ist in gewisser Weise ein literarisches Experiment, ein sechs Jahre altes Debüt, aber die Form des Minuten-Romans, der ironischen Mikrosituationen, das schien mir damals irgendwie wesentlich. Oder nötig. Mit Feminismus, der für mich ein Synonym für Humanismus ist. Ohne eine Ideologie. Weil ich – wie ich hoffe – eher aus innerer Notwendigkeit schreibe.“

Martin Krafl ist Kulturmanager, Moderator, Journalist sowie Träger der Preise Der Sprecher des Jahres und Der Sprecher der Öffentlichkeit 2006. Von 2007 bis 2017 war er im diplomatischen Dienst der Tschechischen Republik tätig, zuerst als Direktor des Tschechischen Zentrums Berlin und später des Tschechischen Zentrums Wien. Seit 2017 ist er Programmkoordinator der Präsentationen der Tschechischen Republik auf den Buchmessen, seit 2019 ist er auch mit der Leitung des Tschechischen Literaturzentrums (CzechLit) betraut.

Bettina Rossbacher, geboren in Salzburg, ist Sprecherin, Moderatorin und Rezitatorin. Sie lebt in Wien.


Am 25.11. um 18:30 Uhr stellt Dora Kaprálová das Berliner Notizbuch im Tschechischen Zentrum Wien vor. Dieser Besuch findet im Rahmen ihres Novemberresidenzaufenthaltes in Krems statt.  

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© David Konečný




 

Veranstaltungsort:

Österreichische Gesellschaft f. Literatur, Palais Wilczek, Herrengasse 5, 1010 Wien

Datum:

30.09.2020 19:00

Veranstalter:

Das Tschechische Zentrum ist Mitveranstalter


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