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Programm

14.11.2018 18:00

Buchpräsentation | Ludwiga Reich "Das steinerne Archiv von Ivančice"

Die österreichische Professorin und Schriftstellerin Ludwiga Reich stellt ihr zweisprachiges Buch Das steinerne Archiv von Ivančice vor. Es dokumentiert nicht nur die Geschichte des ältesten jüdischen Friedhofs in Mähren und die tragischen Ereignissen um das Lager Ivančice (Eibenschitz), sondern ist auch das einzige Zeugnis für die 1942 restlos ausgelöschte lokale jüdische Kultur.

Das Buch bringt uns ein wenig bekanntes, jedoch sehr wichtiges Kapitel der tschechisch-österreichischen Beziehungen näher. Nach dem Anschluss Österreichs flohen viele Antifaschisten in die Tschechoslowakei, besonders nach Südmähren, um dort nach Zuflucht zu suchen. Einer der Orte, in dem zahlreiche Exilanten Asyl fanden, ist die Stadt Ivančice (ehemals Eibenschütz). Unterstützung erhielten sie vor allem durch die lokale jüdische Gemeinde. Bei Todesfällen unter den Exilanten organisierte die jüdische Gemeinde das Begräbnis auf dem jüdischen Friedhof, ohne Rücksicht, ob es sich um Juden handelte oder nicht. An diese Episode erinnert ein Denkmal, das während der ersten Präsentation des Buches im Herbst 2017 in Anwesenheit des ehemaligen Vizekanzlers Erhard Busek, des Vorsitzenden des Zukunftsfonds der Republik Österreich Kurt Scholz, des Bürgermeisters der Stadt Eibenschütz Milan Buček und des Direktors des Tschechischen Zentrums Wien Mojmír Jeřábek enthüllt wurde.

Das steinerne Archiv von Ivančice wurde als zweisprachiger Bild- und Textband vom Wieser Verlag herausgegeben, die Übersetzung ins Tschechische besorgte der Übersetzer Marco Nývlt.

Im Rahmen der Veranstaltung tritt auch der ehemalige Vizekanzler Dr. Erhard Busek auf, der über die gemeinsame Geschichte Tschechiens und Österreichs spricht.

 

Ludwiga Reich wurde 1943 in Wien geboren, wo sie Musik, Germanistik, Psychologie und Kunstgeschichte studierte. Danach unterrichtete sie an einigen österreichischen Schulen und an der Universität in Krasnodar in der damaligen Sowjetunion.

Marco Nývlt ist in Wien zweisprachig aufgewachsen und später studierte Dolmetschen an der Universität Wien. Als Übersetzer nahm er u. a. an einem Projekt der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zur Aufarbeitung der gemeinsamen Geschichte von Österreich und der Tschechoslowakischen Republik des 20. Jahrhunderts.

 

 

Veranstaltungsort:

Herrengasse 17
1010 Wien
Austria

Datum:

14.11.2018 18:00

Veranstalter:

Das Tschechische Zentrum ist Mitveranstalter


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