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Programm

14.03.2019 18:30

Vortrag | PhDr. Jiří Plachý, Ph.D. - Tschechen im Widerstand

Vor dem 2. Weltkrieg waren die Tschechen in Wien eine der größten und zugleich am meisten heimatverbundenen nationalen Minderheiten. Bereits während der ersten Monate nach dem sogenannten Anschluss musste die Gestapo gegen ein weiterzweigtes Netz des tschechoslowakischen Nachrichtendienstes vorgehen. In den Folgejahren entstanden zahlreiche Widerstandsgruppen. Neben dem zivilen Widerstand waren viele als Mitglieder der illegalen Kommunistischen Partei Österreichs aktiv. Diese Gruppierungen wurden von tschechischer Seite auch aus dem Protektorat und den abgetrennten Grenzgebieten heraus unterstützt, von denen viele Menschen in Wien als Zwangsarbeiter eingesetzt wurden.

Eine der interessantesten und, vom Standpunkt der allliierten militärischen Bemühungen aus, effektivsten Gruppierungen formierte sich um den katholischen Priester Josef Pojar. Dieser unternahm im Frühling 1944 eine riskante Reise hinter die feindlichen Linien. Im süditalienischen Bari erhielt er eine nachrichtendienstliche Ausbildung und kehrte daraufhin nach Wien zurück.

Viele Wiener Tschechen wurden vom nationalsozialistischen Regime in Konzentrationslagern interniert, viele kamen dabei ums Leben. Eine weniger bekannte Tatsache ist, dass mehr als sechzig Österreicher tschechischer Herkunft, größtenteils ehemalige Wehrmachtsangehörige, in den Reihen der Tschechoslowakischen Armee für den Westen kämpften.

Den Abend eröffnet Šárka Jarská von der gemeinnützigen Gesellschaft Živá paměť (Lebende Erinnerung).

Der Historiker Jiří Plachý (*1975) beschäftigt sich mit der Geschichte des sogenannten Zweiten Auslandswiderstandes und der Verfolgung seiner Beteiligten nach dem Februarumsturz von 1948. Für sein Buch über das Schicksal tschechoslowakischer Fallschirmjäger, die von Großbritannien aus operierten erhielt 2015 den Jaroslav-Goll-Preis. Seit 2007 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter des historischen Dokumentationsausschusses am Militärgeschichtlichen Institut in Prag und arbeitet bis 2016 an der Philosophischen Fakultät der Karlsuniversität Prag.

Der Vortrag wird vom Tschechischen ins Deutsche gedolmetscht.

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Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung Im Totaleinsatz statt, die Sie bis zum 15.3.2019 in der Fachbereichsbibliothek für Zeitgeschichte der Uni Wien besuchen können.

 


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Veranstaltungsort:

Herrengasse 17
1010 Wien
Austria

Datum:

14.03.2019 18:30

Veranstalter:

Das Tschechische Zentrum ist Mitveranstalter


Veranstaltungserinnerung
Eine Erinnerung ist nicht möglich, da die Veranstaltung bereits begonnen hat.