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Programm

05.02.2020 19:00 - 27.03.2020 16:00

Kateřina Šedá - UNES-CO

Die site-specific Installation verlegt den Hauptsitz des fiktiven Unternehmens UNES-CO nach Wien. Die Ausstellung im Tschechischen Zentrum Wien basiert auf dem gleichnamigen Projekt, mit dem eine der bekanntesten tschechischen zeitgenössischen Künstlerinnen Kateřina Šedá die Tschechische Republik auf der 16. Internationalen Architektur-Biennale in Venedig präsentierte.

„Als ich nach Český Krumlov kam, war ich sehr überrascht, dass im historischen Zentrum kaum jemand wohnt. Eine unserer schönsten Städte leidet unter demselben Problem wie Venedig und Hallstatt – tausende von Touristen strömen durch die Stadt, aber das normale Leben hat praktisch aufgehört zu existieren. Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, auf dieses globale Problem zu reagieren und  einen Weg  zu finden, wie die UNESCO-Welterbe-Städte wiederzubeleben und ihnen das Wesentlichste – das normale Leben – einzuhauchen.“

Kateřina Šedá über das UNES-CO-Projekt

Der Hauptsitz von UNES-CO (United Nations Real Life Organization) wird vorübergehend ins Tschechische Zentrum Wien verlegt. Gegründet von der Künstlerin Kateřina Šedá, befasst sich das Projekt mit der Situation von touristisch überlasteten Städten auf der UNESCO-Welterbeliste und weist auf die Verdrängung des echten Lebens durch den Massentourismus hin. Die Hauptaufgabe von UNES-CO liegt darin, das Alltagsleben der lokalen Bevölkerung in den Zentren der betroffenen Städte zu fördern.

Im Rahmen dieser site-specific Installation präsentiert die Künstlerin in Wien die Ergebnisse der mehrmonatigen Praxis des UNES-CO Unternehmens in Český Krumlov. Innerhalb von drei Monaten bot das Unternehmen, das in 2018 ins Leben gerufen wurde, ihren 38 Angestellten Gehalt und Unterkunft an. Die verlangte Leistung dafür war: das Führen eines Alltagslebens. Das Projekt, mit dem Kateřina Šedá die Tschechische Republik auf der 16. internationalen Architektur-Biennale in Venedig repräsentierte, wurde von einer umfangreichen Umfrage zu den Problemen der Stadtentwicklung in Český Krumlov begleitet.

Kateřina Šedá, eine der wichtigsten zeitgenössischen tschechischen Künstlerinnen, ist seit 20 Jahren im öffentlichen Raum aktiv. Sie instrumentalisiert in ihrer Kunst oft Architektur und arbeitet im direkten Kontakt mit den Anwohnern in verschiedenen Orten zusammen. Ihre Interventionen basieren auf der Erforschung der sozialen und Verhaltensdynamiken, die spezifisch für bestimmte, meist sozial ausgegrenzte, Gebiete sind. In ihren Projekten versucht sie, eine bestehende Situation positiv zu beeinflussen. Sie fördert funktionale Lösungen, die Veränderungen bringen und die ohne zusätzlichen Input ihrerseits weiterentwickelt werden können, während die Teilnehmenden aus ihren eingefahrenen Gewohnheiten oder ihrer sozialen Isolation herausgeholt werden.

Kateřina Šedá (1977) wurde für ihre Arbeit mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Jindřich Chalupecký-Preis (Tschechische Republik), dem Essl Award (Österreich), dem Fluxus Award (Deutschland), dem Contemporary Art Society Award (Großbritannien) oder dem TAKU Production Prize (Finnland). Ihre Ausstellungen haben auf der ganzen Welt stattgefunden, darunter auf der documenta 12 in Kassel, Manifesta 7 in Bozen und der Biennale in Venedig. Als erste tschechische Künstlerin hat sie eine Einzelausstellung in der Tate Modern Gallery in London gehabt.

 

 

Veranstaltungsort:

Herrengasse 17
1010 Wien
Austria

Datum:

Von: 05.02.2020 19:00
Bis: 27.03.2020 16:00

Veranstalter:

Tschechisches Zentrum


Veranstaltungserinnerung
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