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Programm

05.12.2017 19:00 - 08.01.2018

Zu Leben und Werk von Josef Bohuslav Foerster

Josef Bohuslav Foerster – Komponist, Schriftsteller und Maler. Eine Ausstellung mit dem Titel „Zu Leben und Werk von Josef Bohuslav Foerster (1859-1951)“ – Konzeption und Gestaltung: Olga Černá. Zwischen den Wortbeiträgen erklingen Lieder des Komponisten. Im Anschluss wird zu einem salzburgisch-bayerisch-böhmischen Buffet geladen.

Grußworte:
Univ.-Prof. Dr. Eva Hausbacher (Fachbereichsleiterin des Fachbereichs Slawistik)
Univ.-Prof. Dr. Andrea Lindmayr-Brandl (Abteilung Musikwissenschaft des Fachbereichs Kunst- Musik- und Tanzwissenschaften)
Univ. Prof. DDr. Ulrich Theißen (Fachbereich Slawistik)

„Zur Genese und Konzeption der Ausstellung“ – Olga Černá, Prag

„Vortrag: Zwischen Monarchie und Erster Tschechoslowakischer Republik, zwischen Spätromantik und Avantgarde. Warum ist Foerster der große Unbekannte geblieben?“ – Ulrich Theißen, Salzburg

Zwischen den Wortbeiträgen erklingen Lieder von Josef Bohuslav Foerster
Olga Černá, Mezzosopran
Ulrich Theißen, Klavier

Josef Bohuslav Foerster (1859-1951) war trotz aller Stürme des frühen 20. Jahrhunderts und zahlreicher persönlicher Schicksalsschläge unerschütterlicher Humanist und Idealist, gläubig und überzeugt von der Kraft der Liebe, die er auch in der Musik wiederfand. Der Sohn des Prager Kirchenmusikers und Theorielehrers Josef Foerster stammt aus einer bis ins 18. Jahrhundert nachweisbaren und verzweigten Kantorenfamilie. Im Elternhaus gingen die führenden tschechischen Komponisten des späten 19. Jahrhunderts ein und aus: Smetana, Dvořák, Janáček. Foerster war Komponist, Musikschriftsteller, Essayist und Maler. Der Ehemann der Primadonna am Prager Nationaltheater, später am Hamburger Stadttheater und an der Wiener Hofoper, folgte seiner Frau an die jeweiligen Wirkungsstätten nach, wo er ebenfalls am musikalischen und literarischen Leben intensiv teilnahm, ohne den Kontakt zur tschechischen Kulturszene zu verlieren. Mit dem Zerfall der Donaumonarchie und der Gründung der Ersten Tschechoslowakischen Republik kehrten die Foersters aus Wien nach Prag zurück, wo Josef Bohuslav Foerster hochranginge Funktionen im Musikleben einnahm und bis 1938 Präsident der Akademie der Wissenschaften war. Sein 90. Geburtstag und sein Lebenswerk wurden 1949 republikweit gefeiert, u.a. mit Inszenierungen seiner sechs Opern und landesweiten Konzerte. Die Gründe, warum Foerster nach seinem Tod nur noch eine  Nebenrolle im tschechischen und internationalen Konzertleben zugemessen wurde, sind noch Gegenstand der Diskussion. Der kommunistische Kulturminister Zdeněk Nejedlý – 1910 noch Foerster-Biograph, später marxistischer Ästhetiker – hatte beispielsweise die kirchliche Beisetzung Foersters verhindert. Oder waren es etwa stilistische Gründe, die ihn in einem am Mainstream orientierten Konzertleben zum Außenseiter gemacht haben?

Die Prager Sängerin und Musikforscherin Olga Černá, die sich hohe Verdienste um die Aufführung von Liedern der in den KZs ermordeten jüdischen Komponisten wie Haas, Krása und Ullmann verdient gemacht hat, zeichnet in der Ausstellung die Lebensstationen Foersters und seiner Familie, die zahlreichen Kontakte zur internationalen Musikwelt nach. Sie bietet anhand von zum Teil erstmals publiziertem Bild- und Textmaterial einen beeindruckenden Einblick in Leben und Schaffen eines vielseitigen Künstlers und Denkers zwischen Spätromantik und Avantgarde, zwischen Monarchie, Republik und (zweifacher) Diktatur.       

In Kooperation mit dem Fachbereich Musikwissenschaft und der Prager Foerster-Gesellschaft (Společnost J.B. Foerstra).

 

Veranstaltungsort:
Galerie des Unipark Salzburg, Erzabt-Klotz-Str. 1, 5020 Salzburg
Datum:

Von: 05.12.2017 19:00
Bis: 08.01.2018

Veranstalter:

Das Tschechische Zentrum ist Mitveranstalter


Veranstaltungserinnerung
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