VERGESSEN / ZAPOMNĚNÍ – Ein Projekt von Lena Knilli und Jana Kasalová

11. 02. 2021 09. 03. 2021 Künstlerhaus, Factory

Löschen und Vergessen gehören fest zu den physiologischen Abläufen unserer Wahrnehmung, sind Bestandteil des individuellen und des kollektiven Gedächtnisses. Sie beeinflussen unser Sein, sie formen unsere Identität. VERGESSEN / ZAPOMNĚNÍ zeigt vier künstlerische Positionen aus Österreich, Tschechien und Deutschland, die mit sehr unterschiedlichen Strategien und Konzepten Türen zur Betrachtung des Themas „Vergessen und Erinnern“ öffnen. Welche Dimension hat das Vergessen im Individuellen und Familiären? Welche Dimension hat das Vergessen im Gesellschaftlichen und Politischen?

Das Ausstellungsprojekt wird Arbeiten von Jana Kasalová, Lena Knilli, Sybille Loew und Kateřina Šedá vorstellen.

RAHMENPROGRAMM:

  • 10.2.2021, 18:00 Uhr, Eröffnungsabend, Online-Gespräch aus der Ausstellung via ZOOM (ca. 70 Min.)
    mit den beteiligten Künstlerinnen, Raphael Schönborn MA und Dr.in Bea Gulyn (Selbsthilfeorganisation Promenz).
    Zum Thema steht die individuelle Dimension des Vergessens und ihre Bezüge zu den ausgestellten Werken. Mit besonderem Fokus auf die Arbeiten von Sybille Loew und Kateřina Šedá. Die Teilnahme ist kostenlos.

    Mehr Informationen zu dieser Veranstaltung finden Sie HIER.

  • 26.2.2021, 18:00 Uhr, Online-Gespräch aus der Ausstellung via ZOOM (ca. 70 Min.)
    mit den beteiligten Künstlerinnen und Dr. Anton Holzer (Fotohistoriker), welcher über seine Vorgehensweisen und Spurensuche als Fotohistoriker sprechen wir. Mit besonderem Fokus auf die Arbeiten von Jana Kasalová und Lena Knilli. Die Teilnahme ist kostenlos.

    Mehr Informationen zu dieser Veranstaltung finden Sie HIER.

  • 3.3.2021, 18:00 Uhr, Kuratorinnenführung und Austausch via ZOOM (ca. 45 Min.)
    mit Lena Knilli und Jana Kasalová. Die Veranstaltung wird ins Tschechische gedolmetscht.
    Gratis.
    Wenn Ihr dabei sein wollt, einfach per Email an [email protected] zusagen.

    Link zur Veranstaltung und mehr Informationen finden Sie HIER.

Mehr Informationen zum Programm, Öffnungszeiten und Tickets entnehmen Sie bitte der Webseite des Veranstalters – Künstlerhaus.

Jana Kasalová (Prag) versteht die Ortsbezeichnungen auf einer Landkarte als Begriffe, die leicht austauschbar und zerstörbar sind, aber auch Erinnerungsträger für Orte und Landschaften. Sie verändert auf den Landkarten das, was unveränderlich und klar definiert zu sein scheint. So werden die Landkarten zu Flächen, auf denen Markierungen und Zeichen nicht mehr als Orientierungshilfen dienen, sondern zu Erinnerungshilfen werden. Jana Kasalová interessiert sich besonders für die sogenannten Sudetengebiete, die heute an der Grenze Tschechiens zu Österreich und Deutschland liegen. Die tschechisch-deutschen Namen verlassener Dörfer hinterlassen Spuren und beeinflussen die Identität des Ortes, obwohl die ursprünglichen Siedlungen nicht mehr existieren.

  • MemoryMap von Jana Kasalová: Unsere Erinnerungen und Ideen sind die Energie und die Geschichte dieser Stadt.Jeder Punkt markiert eine Erinnerung. Schreibe eine Erinnerung auf! Teile sie!

Gibt es eine Anatomie des Vergessens? Demenzielle Erkrankungen schreiben sich physiologisch im Gehirn nieder, es kommt zu Rückgang und Veränderung des Hirngewebes. Als eindrückliches Bild für das Vergessen zitiert Lena Knilli (Wien) in ihren Collagen die Gestalt des Scans eines erkrankten Gehirns und kombiniert diesen mit dem Bild der Fadenspule („Ich habe den Faden verloren.“). Die Arbeiten von Lena Knilli waren Ausgangspunkt für die Idee zu diesem Ausstellungsprojekt.

Sybille Loew (München) hat die Namen, das Sterbedatum und das Alter einer sehr besonderen Personengruppe auf Schilder gestickt. Sie wurden alle vergessen. Sie alle sind alleine gestorben, ohne Freunde oder Familie zu hinterlassen. Ein städtisches Amt hat ihre Beerdigung und die Auflösung ihrer Haushalte übernommen. Sybille Löw hängt diese gestickten Schilder mit rotem Faden in den Raum. Als Ausstellungsbesucher können wir zu Erinnernden werden.

Mit einem gemeinsamen Zeichenprojekt konnte Kateřina Šedá (Brünn) zu einem lebendigen Dialog mit ihrer Großmutter Jana zurückfinden. Die Großmutter war nach ihrer Pensionierung und dem Tod des Großvaters in Dauerträgheit und anhaltendes Desinteresse geraten. Aus der Erinnerung entstanden Zeichnungen, die auf Papier das Warenlager des Haushaltswarengeschäftes in Brünn rekonstruieren, in dem die Großmutter 33 Jahre tätig war.

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Veranstaltungsinformationen

  • Titel: VERGESSEN / ZAPOMNĚNÍ – Ein Projekt von Lena Knilli und Jana Kasalová
  • Datum: 11. 02. 2021 09. 03. 2021
  • Ort: Künstlerhaus, Factory
  • Adresse: Karlsplatz 5, 1010 Wien, Austria
  • Veranstalter: Künstlerhaus

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